Auf dem Röthberg, südlich des Dorfes Braak, errichtet 1849 der Papendorfer Müllergeselle und Zimmermann Friedrich August Reimers (1821 - 1911) eine Windmühle als acht-eckigen Galerieholländer mit je zwei Mehl- und Graupengängen.

Braaker-Muehle-Historische-Windmuehle-Schleswig-Holstein-Friedrich-Reimers

Die Windmühle soll am 1.7.1850 ihren Betrieb aufgenommen haben. Hier wird das Korn der umliegenden Dörfer gemahlen, die sich bereits 1839 vom Mühlenzwang freigekauft hatten.

Braaker-Muehle-Historische-Windmuehle-Schleswig-Holstein-19-Jahrhundert

1859 macht der Müller Reimers Konkurs.Am 10.6.1859 geht das Braaker Mühlengewese in einer Versteigerung für das Höchstgebot von 9375 Reichsthalern an den Müller Carl Heinrich Christoph Lessau aus Wulksfelde, dem Ur-Ur Großvater des jetzigen Besitzers.

Die Mühlenkappe erhält eine Steertanlage zum Vorwind-Drehen.

Bereits unter Carl Heinrich Christoph Lessau wird eine Bäckerei angegliedert.

Bald nach 1900 erfolgt unter dem Müller Carl Lessau II (1860 - 1934) ein Umbau. Die Mühle erhält u.a. eine neue Kappe mit gußeiserner Welle; der Steert wird durch eine Windrosenanlage ersetzt, die bisherige Segel-Flügel-Ausführung durch Jalousie-Klappen.

Braaker-Muehle-Historische-Windmuehle-Schleswig-Holstein-Galleriehollaender

Im Jahr 1910 erfolgt der Umbau des Oberantriebes der Mahlgänge auf einen Unterantrieb.

Das Flügelkreuz wird unter dem Müller und Bäcker Carl Lessau III (1900 - 1978) aus Pitchpine-Holz erneuert.

 

 

Die Reetdeckung der Mühle wird durch Blechabdeckung ersetzt.

Das Flügelkreuz wird unter dem Müller und Bäcker Werner Lessau (1927 - 1982) erneuert.

Braaker-Muehle-Historische-Windmuehle-Schleswig-Holstein-Lessau

Die elektrische Roggen- und Schrotmühle wird erneuert. Die Flügel erhalten Kunststoffklappen.

Braaker-Muehle-Historische-Windmuehle-Schleswig-Holstein-Restaurierung

Etwa 1977 wird zuletzt mit Windkraft gemahlen. Danach begann zwangsläufig der äußere Verfall. Stürme zerstörten den Windrosenbock und wehten Flügelteile herunter.

Braaker-Muehle-Historische-Windmuhle-Schleswig-Holstein-Denkmalschutz

Am 18.11.1983 wird die Windmühle unter Denkmalschutz gestellt.

Am 29.11.1990 erfolgt die Gründung des Vereins Braaker Mühle e.V., der sich gemeinsam mit dem Bäckermeister Joachim Lessau die Erhaltung und Wiederherstellung der Windmühle zum Ziel gesetzt hat.

Am 11.5.1996 erfolgt die feierliche Einweihung der restaurierten Braaker Mühle. Der Verein stellt am 1.7.1996 den Müllermeister Walter Skau ein.

Der Verein und die Bäckerei Braaker Mühle eröffnen den Mühlenladen. Der Versammlungsraum (Müllerstube) wird restauriert und steht Gruppen zur Verfügung.

Der Verein Braaker Mühle erhält für seine Gesamtkonzeption den "Umweltpreis der Kulturstiftung Stormarn".

Nachdem sich unser erster Müllermeister selbständig gemacht hatte, stellt der Mühlenverein den Müller Rüdiger Hagen ein.

Am 19.10.2000 erfolgte die Öko-Auditierung nach ISO 14001 für die Windmühle und den landwirtschaftlichen Betrieb Klaus Eggers, unseren Getreidelieferanten. Mit dem eingeführten Umweltmanagementsystem wird garantiert, dass der Pflanzenanbau, die Lagerung und Aufbereitung des Getreides sowie das Mahlen des Getreides in der Windmühle auf umweltfreundliche und gesunde Weise erfolgt.

In diesem Jahr erfolgte für die Braaker Mühle erneut die Zertifizierung des Umweltmanagements. Die Betreuung wurde von dem Müller Wilhem Rathje übernommen.

Zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001
Registrier-Nr. IC 0237 501 03 zertifiziert durch: ifta-CERT

Die Verarbeitung von Getreide wird umgestellt von kontrolliertem Anbau auf Bio-Landbau aus der Region Schleswig-Holstein vom Gut Rosenkrantz.

Im Mai diesen Jahres wurde die Galerie der Mühle erneuert.

Muehlengeschichte_2015.jpg

Am 28.November feiert der Verein sein 25 jähriges Jubiläum des Vereins. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde die Mühlenchronik durch Professor Burghart Schmidt vorgestellt

Muehlengeschichte_2015_-_Jubilaeum.jpg

Karl-Hermann Vahle wird neuer Vorstandsvorsitzender

braaker-muehle-bio-muehlen-verein-vorstandsvorsitzender.jpg