Der Unterbau

Der Mühlenachtkant steht auf einem zweistöckigen Unterbau aus Mauerwerk. Der Unterbau diente in verschiedenen Zeiten als Wohnung wie auch als Mehl- und Getreidelager. Er war ursprünglich mit einem Satteldach versehen; dieses mußte 1946 einem Flachdach weichen. Der Unterbau beherbergt heute auch die Werkstatt sowie den Mühlenladen.

 

Der Rumpf

Der auffallend schlanke Baukörper des Mühlen-Achtkants hat keine baulichen Veränderungen hinnehmen müssen; er besteht aus acht zueinander geneigten Eckständern aus Eiche (30 x 33 cm).

Die Konstruktion des Mühlenachtkants weicht vom typischen Mühlenbau in wesentlicher Weise ab. Neben den außergewöhnlich dicken Querschnitten der verwendeten Hölzer sei hier auf die unübliche Bauweise der Andreaskreuze verwiesen. Der Zimmermann Friedrich August Reimers war ein vorzüglicher Handwerker seines Faches - aber kein Mühlenbauer. So entstand dieses Unikat in der Schleswig-Holsteinischen Mühlenlandschaft.

Der Rumpf war ursprünglich komplett reetgedeckt, erhielt aber 1935 eine Blechabdeckung, die 1968 erneuert wurde (Zinkblech-Tafeln mit Falz).

Der Rumpf gliedert sich in fünf Böden:

  • - Stirnrad- und Absackboden
  • - Steinboden/Mahlboden
  • - Lorryboden (alter Stirnradboden)
  • - "Offener Boden"
  • - Kappboden

Auf dem Absackboden befindet sich auch die Müllerstube.

Die Galerie, von der aus die Bremse bedient sowie die Flügel an den Wind angepaßt werden können (Jalousien, Windbretter), wurde 1992 samt zwei Schrägstützen komplett erneuert.

1993: Nach der Galerie wird nun die Kappe restauriert

 

Die Mühlenkappe mit Flügelkreuz

Die in den Wind drehbare Kappe ist das typische einer Holländer-Windmühle.

Das Kuppeldach der Braaker Mühle besteht aus Sparren und Riegeln aus Eiche sowie dem First aus Kiefer. Die Dachoberkante hat eine Höhe von 19,22 m.

Die Windrose übernimmt es, die Kappe samt Flügelkreuz in den Wind zu drehen. Dreht sich der Wind, wird dadurch das Windrad in Bewegung gesetzt, und das Getriebe (1 : 2633) der Windrose dreht die Flügel in den Wind.

Die Mühlenkappe wurde 1992 mittels eines Teleskop-Kranes abgenommen (13 Tonnen!) und vollständig restauriert. Dabei wurde u.a. die Windrose erneuert und das Dach mit Zinkblech eingedeckt. Deswegen wurde auch auf die 1968 zum Teeren des Kappendaches angebrachte Kappengalerie verzichtet.
Bevor jedoch am 29.10.1993 die Mühlenkappe wieder aufgesetzt werden konnte, mußte der unter der Kappe liegende Zahnkranz komplett erneuert werden. Die Kappe dreht sich mittels Fettschmierung (ohne vertikale Rollen) auf dem Zahnkranz.

Die hölzernen Flügel (Durchmesser ca. 22 m) aus dem Jahre 1948, die an Bruststücken aus U-Eisen (Breite 28 cm, Länge 10 m) befestigt waren, mußten 1991 demontiert werden, da sonst wegen des maroden  Bauzustandes Unfallgefahr bestand. Die neuen am 24.4.1996 montierten Flügel eines holländischen Mühlenbauers bestehen aus Stahlruten, die Jalousien aus Aluminium.

 

Die Mühleneinrichtung

Die Flügel mit ihren auf den Wind eingestellten Jalousie-Klappen treiben über die gußeiserne Flügelwelle in der Kappe samt hölzernem Kammrad (Durchmesser 3,5 m) den auf der Königswelle sitzende hölzerne Bunkel (Durchmesser 1,10 m) an. Besonders auffällig ist die Königswelle aus Lärche (Durchmesser oben: 40 cm, unten: 44 cm) mit der außergewöhnlichen Länge von 10,65 m. Sie reicht vom Kappboden bis hinunter zum Absackboden. Dort treibt die Königswelle über das hölzerne Stirnrad (Durchmesser 2,45 m) von unten über einen eisernen Triebling einen Mahlgang für Windantrieb an.
Die Zerkleinerung des Getreides erfolgt im Mahlgang zwischen dem unten liegenden Bodenstein und dem darüber rotierenden Läuferstein. Die Steine haben einen Durchmesser von 1,40 m; allein der Läuferstein wiegt 600 kg. Auf der Abdeckplatte der Bütte stehen der Schütt-Trichter und der Rüttelschuh. Der Rüttelschuh wird durch einen Vierknack zum Rütteln gebracht, so daß in Abhängigkeit von der Drehzahl des Läufersteins die richtige Menge Getreide in das Steinauge des Läufersteins geschüttet wird. Das vom Vierknack verursachte Rütteln des Rüttelschuhs verursacht das vielzitierte "Klappern der Mühle".
Der in der Mitte des Steinbodens stehende Mahlgang wird mit Wind betrieben. Der am Rand des Steinbodens stehende Mahlgang (mit dem darüber angebrachten hölzernen Silo) wird elektrisch angetrieben. Der dafür verwendete E-Motor leistet 17 kW (23,1 PS) und ist im Stirnradboden installiert. Jeweils neben den Mahlgängen sind die alten Steinkräne samt Spindel und Steinzange angebracht, die notwendig sind zum Heben der Läufersteine; dieses Anheben ist regelmäßig erforderlich zum Nachschärfen der Steine.
Beachtenswert ist die Getreidequetsche aus dem Jahr 1895, die vom Müllermeister Walter Skau (1996 - 1999) liebevoll restauriert wurde.         
Die Windkraft wird auch zum vertikalen Sacktransport benutzt. Dazu wird die erforderliche Kraft auf dem Lorryboden von der Königswelle mittels Reibung auf eine Windewelle übertragen.
Eine weitere technische Einrichtung, das Korn zu transportieren, steht jetzt auch wieder zur Verfügung: der Elevator, eine Art Paternoster. 70 Becher, die an einem 14 cm breiten Gummi-Gewebe-Gurt befestigt sind, transportieren - von einem Elektromotor angetrieben - das Korn zur Einlagerung in die Silos (2 x 15 t) und zur Zuteilung über Laufrohre zu den Mahlwerken.